Frank Stronach ist Milliardär, hat sich sein Vermögen in Kanada selbst aufgebaut und vergangenes Jahr eine Partei in Österreich gegründet. Er hat sich, soweit ersichtlich, aus den operativen Tätigkeiten im von ihm gegründeten Konzern zurückgezogen und ist nicht mehr der Jüngste. Warum macht der Mann das, warum mischt er sich jetzt in die Politik seines Geburtslandes Österreich ein?
Weil er kann. Und vermutlich, weil es ihm Spaß macht.
Wenn man sich die Kritik an Frank Stronach ansieht, fällt auf, dass oft bemängelt wird, er ‚kaufe’ sich Mandatare, er ‚kaufe’ sich die Wähler über Werbung; seine Volte betreffend des Club-Status im Parlament war betriebswirtschaftlich klug, denn sie sichert seiner Bewegung eine erkleckliche Summe Geldes. Ja darf der denn das? Ja, er darf.
Frank Stronach ist kein Systemfehler, er benutzt das ‚System’ allerdings gänzlich un-österreichisch, nämlich vor, und nicht hinter dem Vorhang, und das missfällt dem geübten österreichischen Politiker zutiefst. Die Regeln zur Parteienförderung, ebenso wie die Wahlwerbungen, ebenso wie Parteispenden, ebenso wie die Mindestkriterien, um überhaupt zu einer Wahl antreten zu dürfen, all das ist zutiefst dem österreichischen Gemüt geschuldet: Es zementiert den Status quo so gut es geht. Das war schon immer so, das soll gefälligst auch so bleiben.
Es ist traurig bis beschämend, dass es in unserer ‚entwickelten Demokratie’ anscheinend nur dann möglich ist, eine neue politische Bewegung erfolgreich an den Start zu bringen, wenn man über ausreichend Vermögen verfügt. Ohne Geld, keine Musik und wer das Geld hat, bestimmt was gespielt wird. So eigentümlich Frank Stronachs ‚Programm’ auch sein mag, so ‚belustigend’ seine TV-Auftritte, aber dieser Mann macht nur, was ihm das demokratische System in Österreich ermöglicht.
Die Diskussion sollte nicht darüber geführt werden, ob Frank Stronach gut oder böse ist, ob er Erwin Pröll die Schmach mit der nicht genehmigten Weltkugel ‚heimzahlen’ wird können, ob er eher der FPÖ oder der ÖVP Stimmen entzieht, oder ob er eine grenzwertige Einstellungen zu öffentlichen Interviews an den Tag legt. Worüber man sich ernsthaft Gedanken machen sollte, ist, dass das demokratische Parteiensystem in Österreich in weiten Bereich ein zutiefst undemokratisches ist. Und diesen Umstand hat Frank Stronach hervorragend aufgezeigt. Zumindest dafür sollte man ihm eigentlich dankbar sein.